quartierskneipe rieselfeldSchon vor Jahren bemängelten die Rieselfelder das Fehlen einer Quartierskneipe. Eine Gruppe engagierter RieselfelderInnen hatte sich daraufhin im Januar 2015 in einer Genossenschaft in Gründung zusammengeschlossen, um eine Quartierskneipe zu realisieren. Mit den Überlegungen nach geeigneten Räumlichkeiten wurden auch Wünsche nach zusätzlichen Räumen für KIOSK, Gruppe ÄwiR, und BürgerInnenVerein geäußert.

Als erstes suchten wir einen geeigneten Standort. Nach Verhandlungen mit dem Stadtplanungsamt im Oktober 2015  und in 2016 kristallisierte sich als einziges ein Grundstück zwischen Glashaus und Kirche heraus.

Erst sprachen wir über ein 2-stöckiges Gebäude, schließlich hatte das Stadtplanungsamt  ein 1-stöckiges Gebäude favorisiert.

Die Baukosten für das Gebäude auf einem Erbbaurechtsgrundstück, für das wir jährlich einen Erbbauzins zahlen müssten, beliefen sich deutlich auf über eine halbe Million Euro. Auf der Grundlage dieser Baukostenschätzung  erstellten wir zwei Rentabilitätsberechnungen erstellt: Eine, dass die Genossenschaft die Q-Kneipe selbst bewirtschaftet, und eine, bei der die Kneipe verpachtet wird. In beiden Berechnungen ergab sich  ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis, das keine Reserven für Unwägbarkeiten enthielt. Wir legten diese Berechnung einem Freiburger Kreditinstitut vor. Dieses sah keine Möglichkeit einer Finanzierung. Vermutlich hätte auch der Genossenschaftsverband wegen dieser Rentabilitätsberechnung die Gründung einer Genossenschaft nicht genehmigt.

So mussten wir uns schweren Herzens von unserem Projekt verabschieden. Dies fiel uns etwas leichter, da nach dem Pächterwechsel das Cello den RieselfelderInnen die Möglichkeit eines gemütlichen Abends mit Getränke und Imbiss bietet.

Allen Engagierten wollen wir nochmals für Ihren Einsatz herzlich danken.

Verfasser: Harald Seywald

Kommentare  

# Lorenzo 2017-06-01 22:57
Unbestritten ist der Einsatz der Engagierten der Genossenschaft. Das muss man respektvoll anerkennen.
Ebenso unbestritten ist aber auch der engagierte Einsatz der Rieselfelder, die den Stadtteilpark erfolgreich vor einer Bebauung gerettet haben.
Auch diesen Engagierten sei an dieser Stelle herzlichst gedankt.
Das eine Gründung und Umsetzung an anderer Stelle nicht möglich war, ist natürlich für die Q-Kneipen Befürworter bedauerlich.
Ein Traum ist geplatzt, ein anderer ist wahr geworden.
Der Stadtteilpark erlebt verstärkt seine vielseitige Nutzung durch die Rieselfelder Senioren, Kinder und Jugendlichen.
Ein Stück Zeitgeschichte im Rieselfeld.
# Pete 2017-06-06 21:34
Bereits zu Anfang der Diskussion war für mich unvorstellbar, dass man ernsthaft eine derartige Summe für die Neuerrichtung einer (Quartiers-)Kneipe verplanen konnte. Die bestehende Restauration im Stadtteil schließt ja nicht ohne Grund um 22 Uhr, sondern weil keine Gäste kommen. Warum dann eine Quartierskneipe mit halbwegs schlüssiger Kalkulation überleben könnte, ist nicht vorstellbar. Der ehrenhafte Einsatz der Genossenschaft dürfte in Frustration und roten Zahlen enden. Man sollte zuallererst versuchen, die bestehenden Möglichkeiten zu nutzen, evtl. sein Bier auch in der Pizzeria einnehmen oder das Angebot des Café im Glashaus versuchen zu erweitern.

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